Licht ist nicht gleich Licht – was uns das Lichtspektrum verrät.
Wir alle kennen Licht.
Es begleitet uns vom Aufstehen bis zum Schlafengehen und ist für unser Leben unverzichtbar.
Doch Licht ist nicht gleich Licht.
Zwischen dem natürlichen Sonnenlicht, einer klassischen Glühlampe und einer modernen LED bestehen erhebliche Unterschiede.
Licht ist ein kleiner Teil des elektromagnetischen Spektrums.
Unsere Sonne gibt elektromagnetische Strahlung über einen sehr großen Wellenlängenbereich ab, von dem wir nur einen vergleichsweise kleinen Ausschnitt mit unseren Augen wahrnehmen können.
Was wir als weißes Licht bezeichnen, setzt sich aus verschiedenen Wellenlängen zusammen.
Entscheidend ist dabei nicht nur,
welche Wellenlängen vorhanden sind, sondern auch,
mit welcher Intensität sie auftreten.
Genau diese Verteilung bezeichnet man als Lichtspektrum.
Ich möchte euch zeigen, welche Unterschiede zwischen natürlichen und künstlichen Lichtquellen bestehen, was es mit der Farbtemperatur auf sich hat und
weshalb die spektrale Zusammensetzung gerade aus baubiologischer Sicht
unsere Aufmerksamkeit verdient.

1. Lichtspektrum und Farbtemperatur – was bedeutet das eigentlich?
Wer heute ein Leuchtmittel kauft, findet auf der Verpackung Bezeichnungen wie
Warmweiß, Neutralweiß oder Tageslichtweiß.
Daneben stehen Zahlen wie 2700 K, 4000 K oder 6500 K.
- Warmweiß: Blanco cálido (ca. 2.700–3.000 K)
- Neutralweiß: Blanco neutro (ca. 4.000 K)
- Kaltweiß: Blanco frío (ca. 6.000–6.500 K)
Häufig findest du auch die Bezeichnung „Luz cálida“ (warmes Licht) bzw. „Luz fría“ (kaltes Licht).
Doch was sagen uns diese Angaben tatsächlich?
Zunächst müssen wir zwei Dinge unterscheiden:
die Farbtemperatur und das Lichtspektrum.
Beide stehen miteinander in Verbindung, beschreiben aber keineswegs dasselbe.
Das sichtbare Licht umfasst ungefähr den Wellenlängenbereich von 380 bis 750 Nanometern (nm).
Am kurzwelligen Ende des Spektrums nehmen wir violettes Licht wahr, am langwelligen Ende rotes Licht.
Dazwischen liegen die übrigen Spektralfarben, die wir beispielsweise bei einem Regenbogen beobachten können.
Wenn diese unterschiedlichen Wellenlängen mit entsprechender Intensität zusammentreffen, kann unser Auge sie als weißes Licht wahrnehmen.
Dabei muss Weiß keineswegs immer dieselbe spektrale Zusammensetzung besitzen.
Überwiegen beispielsweise die kurzwelligen, blauen Anteile, erscheint uns das Licht kühler. Dominieren dagegen die langwelligen, roten und orangefarbenen Anteile, empfinden wir es als wärmer.
Zwei Lichtquellen können also dieselbe Farbtemperatur aufweisen und dennoch ein vollkommen unterschiedliches Spektrum besitzen.